Politisches Erdbeben in Ungarn: Orbán nach 16 Jahren abgewählt

Ein überwältigender proeuropäischer Wahlsieg in Budapest verändert das innere Machtgefüge der EU und leitet ein neues Kapitel für Mitteleuropa ein.


Die ungarischen Wählerinnen und Wähler haben am Sonntag ein historisches Urteil gesprochen: Peter Magyars proeuropäische Tisza-Partei errang eine Zweidrittelmehrheit im Parlament — rund 138 der 199 Sitze. Nach sechzehn Jahren an der Macht gestand Viktor Orbán seine Niederlage ein, während die Wahlbeteiligung mit voraussichtlich rund 79 Prozent auf ein Rekordhoch kletterte. Ausgelöst wurde die Wechselstimmung durch wirtschaftliche Stagnation, die Bereicherung regierungsnaher Oligarchen sowie Berichte über mutmaßliche Verbindungen zur russischen Regierung. Für die Europäische Union eröffnet das Ergebnis die Chance, ein lange blockiertes Hilfspaket von rund 90 Milliarden Euro für die Ukraine freizugeben. Gefrorene EU-Strukturmittel für Ungarn könnten nun ebenfalls fließen — mit spürbaren Auswirkungen auf mitteleuropäische Märkte und das Anlegervertrauen.

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